Licht


„Hoffnung gibt es immer“, hattest du gesagt.
Und ich wollte es versuchen. Schwarz- und Grausicht ablegen. Bunt-Leuchtendes anpeilen.
Ich ging in einen Zirkus. Weil es dort funkelt und Kinderaugen glänzen. Erwachsenenaugen auch, sobald sie niemand sieht.

Es war großartig. Zwei Stunden Zauberei, Manege, Wandel, Fliegen, Schweben, Licht.

Ein Feuerjongleur hat mir zugezwinkert. Ein Clown meine Zuckerwatte gestohlen, aber sehr freundlich. Ein Tiger hat einem verrückten Mann den Kopf dran gelassen. Wirklich.

Nur nach der Vorstellung, da hefteten sich dunkle Wolken an den Himmel. Und ich konnte meinen Schirm nicht mehr finden. Und ein Straßenmusiker sang ein unsagbar schwermütiges Lied. Irgendwas mit hope, glaube ich.


[Miniatur-Beitrag für prosa:ist:innen; März 2022]